Zöliakie
Informationen für Betroffene und Angehörige
Was ist Zöliakie?
Die Bezeichnung Zöliakie kommt aus dem Griechischen und steht für eine Erkrankung des Verdauungstraktes. Man versteht unter Zöliakie keine direkte Nahrungsmittelunverträglichkeit, sondern eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Von Zöliakie Betroffene reagieren auf das in Getreide enthaltene Gluten (Klebereiweiß). Zöliakie wird daher auch als Glutenunverträglichkeit bezeichnet. Die Erkrankten müssen sich ein Leben lang glutenfrei ernähren. Bei Nicht-Einhalten dieser glutenfreien Diät leiden Patienten mit einer Zöliakie unter starken Krankheitssymptomen z. B. Durchfall oder Übelkeit. Dies hat eine dauerhafte Schädigung in Form einer Entzündung des Dünndarmes zur Folge.
Der Körper bildet Antikörper (Immunglobin A und G (IgA, IgG)), die sich gegen den Darm richten. Das ist u. a. der Grund, warum sich bei einer Zöliakie die Darmschleimhaut entzündet. Daher spricht man bei einer Zöliakie auch von einer Autoimmunerkrankung. Zöliakie tritt häufig bei genetischer Veranlagung auf und zählt zu den Stoffwechselerkrankungen. Wenn Zöliakie unbehandelt bleibt, können weitere Erkrankungen gefördert und ausgelöst werden (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten). In seltenen Fällen kann sich unter Umständen aus einer nicht ernst genommenen Zöliakie Darmkrebs entwickeln.
Was geschieht bei Zöliakie im Darm?
Zöliakie kann bereits im Kindesalter auftreten, aber auch erst bei Erwachsenen kann eine Zöliakie sich herausbilden. Die Dünndarmschleimhaut wird bei einer Zöliakie durch das Eiweiß Gluten zerstört, dass u. a. in Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer enthalten ist. Bei einer Zöliakie liegt eine Zottenatrophie vor, d. h., die Darmzotten verlieren ihre Struktur und sterben ab. Die Oberflächenstruktur verringert sich, wodurch die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe, Vitamine und Mineralien wie z. B. Folsäure, Eisen, Vitamin B12 und Fett bei einer Zöliakie gestört wird. Das hat zur Folge, dass bei Betroffenen mit Zöliakie oft ein Nährstoffmangel vorliegt, der u. a. zu Untergewicht, Immunschwäche, Eisenmangel, Osteoporose, Hauterkrankungen oder Wachstumsstörungen führen kann.
Personen, die von einer Zöliakie betroffen sind, leiden überwiegend unter Durchfällen. Einige berichten von Bauchschmerzen, aufgeblähtem Bauch und Gewichtsverlust. Bevor der Patient weiß, dass es sich um Zöliakie handelt, kommt er meist mit chronischer Diarrhoe (Durchfall) in die Praxis eines Internisten oder Gastroenterologen. Bei dieser Art des Durchfalls klagt der an Zöliakie Erkrankte über den sog. Fettstuhl. Das in der Nahrung enthaltene Fett wird, ebenso wie andere Nährstoffe, bei einer Zöliakie nicht vollständig aufgenommen, sondern teilweise ausgeschieden. Neben körperlichen Beschwerden können bei an Zöliakie Erkrankten psychische Begleiterscheinungen auftreten. Die Spanne reicht von Antriebs- und Lustlosigkeit bis hin zu Depression.
Um ein beschwerdefreies Leben führen zu können, müssen sich Menschen, bei denen eine Zöliakie festgestellt wird, konsequent glutenfrei ernähren. Durch eine Ernährungsumstellung können die Darmzotten bei Patienten mit Zöliakie wieder aufgebaut und die Nährstoffe vom Dünndarm aufgenommen werden.
Nadine Fechtner